Kolumne Kamasha / September 2007

Das Geheimnis der Anziehungskraft

von Eva-Maria Mora

 

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Inspirationen und Engelmeditationen...

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Den Tränen nah und völlig verzweifelt kam Karin in meine Praxis. Sie hatte sich mal wieder in den Falschen verliebt. „Warum falle ich immer auf den gleichen Typ Mann herein?“, schluchzte sie. „Ich wünsche mir doch auch eine Familie und Kinder…“ Als sie sich endlich wieder beruhigt hatte, erzählte sie von ihrem letzten Versuch, den Mann fürs Leben zu finden. Wie so oft während ihrer Mittagspause im Büro hatte sie im Internet in den Online-Single Börsen ihr Glück versucht. Sie verbrachte viele Stunden in den Chatrooms. Diesmal war Alexander aus Bremen der von ihr auserkorene Internet-Lover. Seit zwei Wochen liefen die Drähte heiß. Er schien wie für sie geschaffen. In langen E-Mails schilderte er ihr, dass auch er noch nie verheiratet gewesen sei und die Frau fürs Leben suche. Karin war begeistert, denn er schien genau die gleichen Interessen zu haben wie sie. Er war sportlich und sah gut aus – genau wie sie. Natürlich legte er Wert auf Treue und war kinderlieb… Es war aufregend, seine E-Mails zu lesen und sie war glücklich, dass er sie am Montag besuchen wollte.
Karin wusste, dass sie mit Ende dreißig bald den Richtigen finden musste. Ihre biologische Uhr tickte so laut, dass sie offensichtlich unbewusst über einiges hinweghörte und -sah. So wurde sie beispielsweise nicht stutzig, als sie erfuhr, dass Alexander nicht am Wochenende zu Besuch kommen konnte, weil er angeblich noch „ehrenamtliche Verpflichtungen“ im Sportverein hatte. „Hauptsache er liebt mich!“, dachte sie.
Der Montagabend war berauschend. Doch nach der einen heißen Sommernacht war es mit der neuen Liebe schon wieder vorbei. Alexander meldete sich nicht mehr und Karin fand nach hartnäckigem Forschen schließlich heraus, dass er verheiratet war – wie schon viele andere vor ihm. Karin war tief verletzt, denn diesmal war sie sich so sicher gewesen, ihren Traumann gefunden zu haben. Nachdem die Flut der Tränen versiegt war, war Karin nur noch wütend – auf den Online-Service, auf alle Männer und auf den Rest der Welt. Sie schimpfte sich erstmal aus und gab allen anderen die Schuld, bis sie endlich bereit war, sich ein paar ganz wichtige Fragen zu stellen: „Was habe ich damit zu tun?“, „Liegt es möglicherweise an mir?“ und „Was kann ich ändern?“ Damit war der erste Schritt getan. Die Bereitschaft, bei sich selbst zu schauen und zu verstehen, warum alles so ist, wie es ist, war da.

 

 

 

 

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